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Manuela Auer: „Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz!“

Eine Initiative aller Sozialpartner und der Industriellenvereinigung fordert den raschen und qualitativen Ausbau der Kinderbetreuung in Vorarlberg. AK-Vizepräsidentin Manuela Auer steht voll und ganz hinter diesem Forderungspaket: „Seit vielen Jahren machen Gewerkschaften und Arbeiterkammer immer wieder auf die unzufriedenstellende Situation in der Kinderbetreuung im Land aufmerksam. Trotzdem fehlt noch immer ein flächendeckendes, auf den Bedarf von Eltern abgestimmtes Angebot.“ Im Mittelpunkt der Forderungen der Initiative an die Politik steht denn auch der Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem 1. Geburtstag des Kindes.

Problem: Öffnungszeiten und Schließtage
Das gemeinsame Vorgehen aller Sozialpartner und der Industriellenvereinigung zeigt, dass dies auch für die Wirtschaft eines der zentralen Zukunftsthemen ist. Die Fakten sind eindeutig. Manuela Auer: „Betrachtet man die Situation in den Gemeinden so zeigt sich, dass nur 27,1 Prozent der Kindergärten in Vorarlberg Öffnungszeiten haben, die mit einer Vollzeitbeschäftigung beider Eltern bzw. von Alleinerziehenden vereinbar sind. Oft fehlt auch die Möglichkeit einer Mittagsbetreuung. Insbesondere bei den durchschnittlichen Schließtagen hat Vorarlberg erheblichen Aufholbedarf. Eltern ist die hohe Anzahl an Schließtage. Sie liegt in Vorarlberg bei 27 – im Vergleich dazu hat etwa Wien nur 7 Schließtage. Damit liegt Vorarlberg bundesweit an zweitletzter Stelle. Für einen internationalen Wirtschaftsstandort ist das kein Ruhmesblatt. Hier ist die Landes- und Gemeindeebene gefordert!“

Kinderbetreuungsangebote für attraktiven Standort
Erfolgreiche Wirtschaftsräume wie Vorarlberg können ihre Position künftig nur halten bzw. weiter ausbauen, wenn auch die notwendigen Fachkräfte vorhanden sind. Das Wohn- und Lebensumfeld spielt in diesem Wettbewerb um Fachkräfte eine große Rolle. Die AK-Vizepräsidentin: „Zahlreiche Studien beweisen, dass eines der wichtigsten Entscheidungskriterien bei der Anwerbung von Fachkräften, hochwertige und flächendeckende Kinderbetreuungseinrichtungen sind, auf deren Betreuungsqualität sich Familien und Alleinerziehende verlassen können.“

Kinderbetreuung ist gesellschaftlich relevant
Vorarlberg ist das Bundesland, in dem die Einkommensunterschiede am größten sind. Beim „Gender Pay Gap“ ist unser Bundesland unrühmliches Schlusslicht. Jede zweite Frau arbeitet in Vorarlberg in Teilzeit mit einem geringen Beschäftigungsausmaß. Eine Verbesserung der Öffnungszeiten in den Kinderbetreuungseinrichtungen und eine höhere Betreuungsquote könnte die aktuelle Situation verbessern, ist Auer überzeugt. Und - es gehe auch um Chancengerechtigkeit für die Kinder. Die frühe Förderung ist die zentrale Voraussetzung dafür, die Talente aller Kinder unabhängig vom sozialen Hintergrund zur Entfaltung zu bringen.

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