„Vermögen ist hierzulande extrem ungleich verteilt, trotzdem leisten Superreiche kaum einen Beitrag zum Steuersystem“, kritisiert AK-Vizepräsidentin Manuela Auer. Während für viele Menschen das Leben spürbar teurer wird, wachsen die Vermögen an der Spitze ungebremst weiter, wie die aktuelle Oxfam-Studie bestätigt.
Die zwölf reichsten Personen der Welt besitzen mehr Vermögen als die ärmere Hälfte der gesamten Weltbevölkerung. Weltweit gibt es rund 3.000 Milliardär:innen mit einem Gesamtvermögen von 18,3 Billionen US-Dollar. Seit 2020 sind diese Vermögen inflationsbereinigt um mehr als 80 Prozent gewachsen.
Auch in Österreich konzentriert sich Reichtum in wenigen Händen. Die reichsten fünf Prozent besitzen fast die Hälfte des gesamten Vermögens. Die vier reichsten Österreicher verfügen gemeinsam über mehr als 90 Milliarden Euro. Gleichzeitig stammen nur 0,98 Prozent der gesamten Steuereinnahmen aus Vermögen – ein historischer Tiefststand.
„Das ist weder gerecht noch ökonomisch sinnvoll“, so Auer. Würde Österreich Superreiche ähnlich besteuern wie andere Länder, hätte der Staat allein 2024 rund acht Milliarden Euro eingenommen. „Geld, das dringend gebraucht würde: für Kinderbetreuung, Bildung, Pflege, Gesundheit und leistbares Wohnen. Stattdessen wird bei der Bevölkerung gespart und über die Wiedereinführung der kalten Progression und eine Senkung der Lohnnebenkosten diskutiert.“
Dabei geht es nicht um das Einfamilienhaus oder kleine Erbschaften, sondern um riesige Vermögen. Eine Millionärssteuer ab einem Nettovermögen von einer Million Euro würde nur die reichsten drei bis vier Prozent betreffen. Steuersätze von 0,5 bis 1,5 Prozent wären für diese Gruppe problemlos leistbar.
Für Auer ist klar: „Die Frage ist nicht, ob sich Österreich eine Millionärssteuer leisten kann – sondern ob wir uns leisten können, weiterhin darauf zu verzichten.“