Tariffrust trifft Buslenker

vida kritisiert VVV-Reform und warnt vor Folgen im Alltag

 

Die neue Tarifstruktur des Vorarlberger Verkehrsverbundes (VVV) sorgt für massiven Unmut. Während der Verkehrsverbund von einer Vereinfachung spricht, berichten Fahrgäste über höhere Kosten und ein schwer verständliches System. Die Leidtragenden sind dabei oft jene, die für die Tarifgestaltung gar nichts können: die Buslenker:innen. Die Gewerkschaft vida fordert Maßnahmen zur Verbesserung.

„Was der VVV und Landesstatthalter Bitschi als Vereinfachung verkaufen, ist für viele Fahrgäste kaum nachvollziehbar“, kritisiert vida-Landesvorsitzender Reinhard Stemmer. Besonders auf kurzen Alltagsstrecken seien zudem teils deutliche Verteuerungen von bis zu 100 Prozent spürbar. Fahrgäste müssten nicht nur wissen, in welcher Tarifregion ihr Ziel liegt und welches Ticket sie dafür benötigen, immer wieder wird auch kritisiert, dass 60- und 120-Minuten-Tickets schwer kalkulierbar seien. 

Die Folgen zeigen sich laut vida täglich im Busbetrieb. „Viele Menschen wissen nicht, welches Ticket sie brauchen. Das System ist kompliziert und die Preise werden oft nicht verstanden“, berichtet Mirsada Dizdarevic, Fachbereichssprecherin Straße der vida Vorarlberg. Der Ärger darüber entlade sich häufig direkt beim Fahrpersonal. „Es kommt regelmäßig zu Beschimpfungen und Unterstellungen“, schildert Dizdarevic die Stimmung im Arbeitsalltag. „Dabei setzen wir nur ein System um, das wir nicht gemacht haben“, so Dizdarevic.

Stemmer fordert deshalb mehr Aufklärung durch den Verkehrsverbund. Informationen müssten verständlicher werden und direkt bei den Fahrgästen ankommen – etwa durch zusätzliche Infomaterialien oder Infostände. Gleichzeitig appelliert die Gewerkschaft an die Bevölkerung: „Die Buslenker:innen leisten jeden Tag wichtige Arbeit für die Mobilität im Land. Der Frust über das Tarifsystem darf nicht an ihnen ausgelassen werden“, bittet Stemmer um Verständnis.