Mehr Wochenenddienste, Einkommensverluste, Existenzängste: Das geplante „Neue Dienstzeitmanagement“ des Innenministeriums sorgt bei Vorarlbergs Polizist:innen für massive Kritik. Polizeigewerkschafter Gerald Partel von der Fraktion sozialdemokratischer Gewerkschafter:innen (FSG) spricht von einer Mogelpackung – und warnt vor Verschlechterungen für die Beschäftigten.
Offiziell verspricht das Innenministerium von mehr Flexibilität, besserer Planbarkeit und mehr Familienzeit. Den Beschäftigten droht jedoch genau das Gegenteil. „Wenn man zwischen den Zeilen des Erlassentwurfs liest, erkennt man schnell, worum es wirklich geht: organisatorische und budgetäre Probleme sollen über die Dienstpläne der Kolleg:innen gelöst werden“, kritisiert Partel.
Besonders kritisch sieht der Polizeigewerkschafter die geplante Ausweitung der Wochenenddienste. Künftig könnten bis zu drei Wochenenden pro Monat fix verplant werden – und das teilweise nicht mehr als Überstunden, sondern als reguläre Plandienstzeit. „Für viele Beamt:innen bedeutet das weniger Freizeit und weniger Einkommen. „Familienleben, soziale Kontakte und auch körperliche Erholung würden darunter massiv leiden.“
Ein weiterer kritischer Punkt ist: Durch die geplante Reduktion von Journaldienststunden und weniger bezahlte Überstunden drohen spürbare Einkommenseinbußen. Gerade in einem Hochpreisland wie Vorarlberg sei das ein ernstes Problem. „Viele Kolleg:innen können sich ihr Leben – ihr Eigenheim – nur leisten, weil sie viele Überstunden machen. Wenn diese Einnahmen wegfallen, geraten Existenzen ins Wanken“, warnt der Gewerkschafter.
Partel betont: „Es spricht nichts gegen ein modernes Dienstzeitsystems, aber nur in Verbindung mit einer ausgleichenden Gehaltsreform.“ Sein Appell an das Innenministerium: „Wir verlangen keine Sonderbehandlung. Aber Fairness, Planbarkeit und Respekt vor unserer Arbeit.“