Zum internationalen Tag der Pflege schlägt AK-Vizepräsidentin Manuela Auer Alarm: In Vorarlberg fehlen bis 2035 rund 2.600 Pflege- und Betreuungskräfte. Für Auer ist das die Folge jahrelanger politischer Fehlentscheidungen. „Der demografische Wandel war seit Jahrzehnten absehbar. Trotzdem wurde zu wenig in Ausbildung und Personal investiert. Jetzt droht die Pflegesicherheit zu kippen.“
Pflegekräfte arbeiten seit Jahren an der Belastungsgrenze, leisten Überstunden und müssen ständig einspringen. Gleichzeitig steigt der Druck durch eine älter werdende Gesellschaft und immer mehr pflegebedürftige Menschen weiter an. Auer kritisiert das als Folge davon, dass in den vergangenen Jahren zu wenig in Ausbildung, Personalaufbau und Entlastung investiert worden ist.
Auer fordert vom Land endlich bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen – vor allem durch einen besseren Personalschlüssel. „Damit Dienstpläne halten und das Personal wieder mehr Zeit für die Pflege hat.“ Zudem brauche es deutlich höhere Investitionen in die Ausbildung. „Die Pflegekräfte halten dieses System am Laufen. Wer gute Pflege will, muss endlich auch für gute Arbeitsbedingungen sorgen“, betont Auer.
Die Krise zieht sich durch alle Bereiche. „Das Problem beginnt nicht im Spital – es endet dort“, betont Thomas Steurer, Landesvorsitzender der GÖD Gesundheitsgewerkschaft. Weil Pflege- und Nachsorgeplätze fehlen, bleiben viele Patient:innen länger im Krankenhaus als notwendig – im teuersten Bereich. Die Versorgung funktioniere vielfach nur noch, weil Pflegekräfte ständig einspringen und Mehrarbeit leisten.
Gefordert wird ein massiver Ausbau von Pflege- und Übergangsplätzen, mehr Personal, echte Entlastung im Arbeitsalltag und langfristige Strategien statt kurzfristiger Sparpolitik. Denn immer mehr Beschäftigte würden den Beruf verlassen, obwohl sie ihn eigentlich mit großer Leidenschaft ausüben.