Neue Stromtarife: Vergleich wichtig!

AK-Auer betont: „Genau hinschauen bei neuen Stromtarifen“

 

Die Stromtarif-Umstellung der illwerke/VKW sorgt derzeit in vielen Haushalten für Unsicherheit. Der vergünstigte Tag/Nacht-Tarif wird abgeschafft. Wer nichts tut, wird automatisch auf „Strom Einfach“ umgestellt. Wer den neuen Tarif „Strom Duo“ nutzen will, „muss aktiv wechseln und genau abwägen“, rät AK-Vizepräsidentin Manuela Auer (FSG). 

Auf den ersten Blick klingt „Strom Duo“ attraktiv: Von April bis September günstigerer Strom zwischen 10 und 16 Uhr – genau dann, wenn durch Photovoltaik viel Energie verfügbar ist. Durch stärkeren Verbrauch soll auch das Stromnetz entlastet werden. Dafür senkt die Regulierungsbehörde E-Control die Netzkosten für die Netzbetreiber. Der „Haken“: Die illwerke/VKW verlangen bei „Duo“ einen höheren Grundpreis. Rund 18 Euro mehr pro Jahr müssen Kund:innen zahlen – dieses Minus muss erst einmal hereingeholt werden. 

In der Praxis gelingt das selten. „Nur wer seinen Stromverbrauch gezielt in die Mittagsstunden verlagert, kann überhaupt sparen – etwa durch Waschen, Geschirrspülen, Boiler aufheizen, Nachtspeicher oder E-Auto laden“, so Auer. Für alle anderen bleibt das Sparpotential eher unrealistisch. Auch Haushalte mit Photovoltaik sollten genau prüfen: Sie produzieren gerade zu den günstigen Zeiten oft selbst Strom – und nutzen den billigeren Netzstrom daher kaum.

Kritisch sieht Auer die Lenkungswirkung des „Duo-Modells“ der VKW: „Der hohe Grundpreis bremst genau das, was eigentlich gewollt ist – nämlich Strom dann zu nutzen, wenn besonders viel erneuerbare Energie verfügbar ist. Ein niedrigerer Fixpreis würde hier deutlich stärker Anreize schaffen“, so die AK-Vizepräsidentin. 

Unterm Strich gilt: Ob und wie hoch eine Ersparnis ausfällt, hängt vom Verbrauchsverhalten ab. „Strom Duo“ kann sich lohnen – allerdings nur bei bewusst gesteuertem Verbrauch. Für viele bleibt „Strom Einfach“ die günstigere Variante.