Mit der neuen Aktion 55+ setzt das Sozialministerium ein wichtiges Signal für ältere Beschäftigte und Arbeitssuchende. Ziel des Programms ist es, Menschen ab 55 Jahren den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern – eine Gruppe, die besonders schwer neue Jobs findet, obwohl sie über wertvolles Wissen und Erfahrung verfügt.
AK Vizepräsidentin Manuela Auer begrüßt die Initiative ausdrücklich: „Die Aktion 55+ eröffnet vielen älteren Arbeitssuchenden echte Perspektiven. Aber sie darf kein einmaliges Projekt bleiben. Wir brauchen eine langfristige Strategie, die gute Arbeit und faire Bedingungen im Alter sichert und dafür müssen auch die Unternehmen in die Pflicht genommen werden.“ Besonders wichtig seien alternsgerechte Arbeitsplätze und gute Übergänge in die Pension.
Die Aktion 55+ soll älteren Arbeitslosen wieder echte Beschäftigungschancen eröffnen – mit geförderten Jobs, Qualifizierung und sozial abgesicherten Übergängen. „Gerade für Frauen ist das entscheidend. Ihr gesetzliches Pensionsalter steigt, gleichzeitig sind ihre Erwerbsbiografien häufiger unterbrochen und ihre Pensionen niedriger.“
Die AK-Vizepräsidentin fordert ergänzend klare Rahmenbedingungen: Ein wirksamer Kündigungsschutz ab 55, mehr dauerhafte Jobs auch im zweiten Arbeitsmarkt, ein Rechtsanspruch auf Altersteilzeit und ausreichend Prävention, um Gesundheit bis zur Pension zu sichern.
Ältere Beschäftigte bringen Wissen, Verlässlichkeit und soziale Kompetenz mit. Auer betont, dass ältere Arbeitnehmer:innen nicht Bittsteller:innen, sondern Leistungsträger:innen seien: „Wer Jahrzehnte gearbeitet hat, verdient Respekt und echte Chancen. Unternehmen und Politik müssen gemeinsam Verantwortung übernehmen.“
Die Aktion 55+ sei ein Schritt in die richtige Richtung – doch erst mit nachhaltigen Investitionen könne daraus ein dauerhaft wirksames Erfolgsmodell werden.