Lohngerechtigkeit statt Ausreden

Neue Transparenzregeln sollen Einkommensunterschiede endlich sichtbar machen

 

In die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie kommt endlich Bewegung. Arbeitsministerin Korinna Schumann hat einen Gesetzesentwurf zur Umsetzung in die politische Koordinierung geschickt. Für die FSG Frauen Vorarlberg ist das ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu mehr Lohngerechtigkeit. Denn gerade in Vorarlberg ist der Handlungsbedarf besonders groß: Mit einem Gender Pay Gap von 21,7 Prozent klafft hier die Einkommensschere zwischen Frauen und Männern österreichweit am weitesten auseinander.

„Frauen warten schon viel zu lange auf faire Bezahlung für ihre Arbeit“, betont die Frauenvorsitzende der FSG Vorarlberg, Elke Zimmermann. Die neue Richtlinie soll dafür sorgen, dass Löhne und Gehälter transparenter werden und Diskriminierungen leichter erkannt werden können. Künftig sollen Beschäftigte besser nachvollziehen können, wie sich Einkommen im eigenen Betrieb zusammensetzen und ob gleiche Arbeit auch gleich bezahlt wird.

Dass die Umsetzung in Österreich bislang auf sich warten ließ, liegt am Widerstand der Arbeitgeber:innenseite. „Die Argumente über eine überstürzte Einführung – trotz zweieinhalb Jahren Verhandlungen – als auch das Jammern über ein ‚Bürokratiemonster‘ – obwohl die Daten in den Firmen generell bereits verfügbar sein müssten – sind absolut nicht nachvollziehbar. Wer diese Informationen nicht bereitstellen kann, hat betriebswirtschaftlich ein Problem“, so Zimmermann. „WKÖ und IV versuchen das Gesetzt zu blockieren. Offensichtlich befürchten manche Firmen, dass sie zukünftig mehr zahlen müssen.“

Die Arbeitnehmer:innenvertretungen sehen in der Richtlinie eine große Chance für mehr Fairness am Arbeitsmarkt. „Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit darf kein Lippenbekenntnis bleiben“, sagt Zimmermann. Jetzt sei die Politik gefordert, die Richtlinie rasch umzusetzen und dafür zu sorgen, dass Lohngerechtigkeit endlich Realität wird.