Die Sommer werden heißer und für viele Beschäftigte gefährlicher. In diesen Tagen wurde in Vorarlberg bereits die 30-Grad-Marke geknackt. Besonders am Bau ist das stundenlange Arbeiten in praller Sonne für Beschäftigte eine Gesundheitsgefährdung. Die Folgen reichen von Konzentrationsverlust bis zu massiven Kreislaufproblemen und höherem Unfallrisiko. Für Andreas Ammann, Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft BAU-HOLZ (GBH) Vorarlberg, ist klar: „Hitze ist längst kein Ausnahmeproblem mehr, sondern eine häufige Belastung für tausende Beschäftigte.“
„Wer bei über 30 Grad schwere körperliche Arbeit leisten muss, braucht echten Schutz und keine Debatten darüber, ob Hitze gefährlich ist“, betont Ammann unmissverständlich. Auch AK-Vizepräsidentin Manuela Auer (FSG) sieht Handlungsbedarf: „Gesundheitsschutz darf nicht am Baustellenzaun enden. Die Arbeitswelt muss endlich an die Klimarealität angepasst werden.“
Studien zeigen, wie stark die Belastung bereits geworden ist. Fast zwei Drittel der Bevölkerung berichteten im vergangenen Sommer über gesundheitliche Probleme durch Hitze.
Seit Jahresbeginn gilt die Hitzeschutzverordnung. Ab 30 Grad müssen Arbeitgeber:innen Maßnahmen setzen – etwa Trinkwasser bereitstellen, Arbeitszeiten verlagern, Schattenplätze schaffen oder Kühlungen in Fahrzeugen und Krankabinen ermöglichen. Erstmals darf auch das Arbeitsinspektorat Kontrollen durchführen.
Ammann begrüßt die Verordnung, fordert aber Konsequenzen: „Regeln allein reichen nicht. Wer Beschäftigte bei extremer Hitze ungeschützt arbeiten lässt, darf nicht einfach davonkommen.“ Besonders wichtig sei weiterhin die Hitzefrei-Regelung am Bau. Ab 32,5 Grad können Bauarbeiter:innen ihre Arbeit einstellen und erhalten trotzdem rund 60 Prozent ihres Lohnes.
„Es braucht klare Regeln, funktionierende Kontrollen und Schutzmaßnahmen, die auch wirklich umgesetzt werden.“