Die immer häufiger werdenden Hitzewellen sorgen in Pflegeheimen für massive Belastungen für Bewohner:innen und Personal. AK-Vizepräsidentin Manuela Auer fordert deshalb verbindliche Hitzeschutzpläne und einheitliche Vorgaben einzuführen. „Hitzeschutz darf nicht davon abhängen, in welchem Heim jemand lebt oder arbeitet. Bewohner:innen ebenso wie Beschäftigte brauchen verlässlichen Schutz vor den gesundheitlichen Folgen extremer Temperaturen“, betont Auer. Bund und Land müssten dafür die notwendigen Mittel bereitstellen.
„Bei hohen Temperaturen steigt die Belastung für alle spürbar“, schildert Gertrud Bolter, Betriebsratsvorsitzende der Häuser der Generationen in Götzis und Koblach. Bei Bewohner:innen beobachte sie Müdigkeit, eingeschränkte Beweglichkeit und eine erhöhte Sturzgefahr. Sogar die Gefahr eines Delirs steige deutlich an. Auch die Beschäftigten seien stark belastet. „Man wird schneller müde und die Aufmerksamkeit sinkt.“ Besonders körperlich belastende Arbeiten würden bei Temperaturen von über 30 Grad zur enormen Herausforderung. Abkühlung gebe es kaum. Auch in der Nacht sei es oft nicht möglich, die Räume ausreichend abzukühlen.
Klare Standards fehlen
AK-Vizepräsidentin Manuela Auer sieht bei den Rahmenbedingungen dringenden Handlungsbedarf. Zwar gebe es von Land, Gemeinden und Einrichtungen Empfehlungen zu ausreichender Flüssigkeitszufuhr, angepasster Kleidung und Pausen. Verbindliche Hitzeschutzpläne für Innenräume fehlen jedoch. „Es braucht klare Standards, die festlegen, welche Maßnahmen bei einer Hitzewelle zu setzen sind. Dazu gehören auch bauliche Maßnahmen wie Beschattung und Kühlung durch entsprechende Geräte, ebenso wie angepasste Arbeitsabläufe und ausreichende Erholungszeiten“, so Auer. Damit Maßnahmen nicht an den Kosten scheitern, fordert sie Förderungen von Bund und Land für bauliche und technische Anpassungen. „Viele Pflegeeinrichtungen können notwendige Investitionen nicht alleine stemmen. Hitzeschutz muss deshalb auch eine Frage der öffentlichen Finanzierung sein“, betont Auer.
Auch mobile Pflege betroffen
Handlungsbedarf besteht laut Auer auch in der mobilen Pflege. Eine entsprechende GÖG-Studie bestätigt, dass Hitzeschutz nicht systematisch verankert ist. Auch in der mobilen Pflege fehlen klare Strategien, Schulungen und ausreichende personelle Ressourcen. Auer fordert deshalb auch dort einheitliche Vorgaben und verbindliche Hitzeschutzpläne. „Der Schutz von Bewohner:innen und Beschäftigten darf nicht vom Engagement einzelner Träger abhängen.“