Immer wieder gibt es Forderungen, das Pensionsantrittsalter zu erhöhen. Für die FSG-Vorarlberg ist klar: „Finger weg vom Pensionsalter!“ AK-Vizepräsidentin Manuela Auer: „Wer jahrzehntelang gearbeitet hat, soll auf einen fairen und planbaren Pensionsantritt vertrauen können. Ein noch späteres Antrittsalter, ist keine Lösung.“
Für Auer ist entscheidend, wie viele Menschen in Beschäftigung sind und ob sie gesund bis zum Pensionsantritt arbeiten können. „Deshalb fordern wir, Maßnahmen zu setzen, dass das bestehende Pensionsalter überhaupt erreicht wird. Viele ältere Beschäftigte scheiden aus gesundheitlichen Gründen oder Arbeitslosigkeit aus. Ein höheres Pensionsalter ändert daran nichts“, betont die AK-Vizepräsidentin und verweist auch darauf, dass viele Unternehmen ältere Arbeitnehmer:innen gar nicht mehr beschäftigen.
Gerade in körperlich belastenden Berufen ist ein längeres Arbeiten fast unmöglich. AK-Kontrollausschussobmann und Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) Andreas Ammann kennt die Situation aus der Baubranche: „Wer jahrzehntelang körperlich schwer arbeitet, stößt an seine gesundheitlichen Grenzen!“ Nötig seien vor allem bessere Arbeitsbedingungen, Prävention und altersgerechte Arbeitsplätze.
Auch die Forderung, 45 Arbeitsjahre zur Voraussetzung für einen früheren Pensionsantritt zu machen, geht laut Auer an der Realität vorbei. „Vor allem Frauen leisten viele Jahre unbezahlte Arbeit für Kinder und Angehörige. Diese Zeiten dürfen nicht so behandelt werden, als hätten sie nichts geleistet.“
Auer und Ammann betonen: Das österreichische Pensionssystem ist sicher! Denn es funktioniert nach dem Umlageverfahren: Die Beiträge der heute Erwerbstätigen finanzieren die Pensionen der heutigen Generation. Der Staat beteiligt sich bewusst daran. „Die gesetzliche Pension ist sicher, weil sie auf Arbeit und staatlicher Garantie aufbaut, nicht auf Spekulation.“