Weil sich nicht jeder
selber wehren kann!

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AK-Vizepräsidentin Manuela Auer begrüßt die Einigung heute im Ministerrat, eine Höhere Lehranstalt für Pflegeberufe versuchsweise einzuführen: „Damit wird eine langjährige Forderung von uns umgesetzt!“

„Der geplante Schulversuch für Höhere Lehranstalten für Sozialbetreuung und Pflege ist ein Schritt in die richtige Richtung, um das Personalproblem in der Pflege zu lösen“, zeigt sich AK-Vizepräsidentin Manuela Auer über die Einigung heute im Ministerrat erfreut. Es dürfe allerdings nicht nur beim Versuch bleiben. „Aufgrund des massiven Personalengpasses muss der Versuch rasch ausgeweitet werden.“ Wichtig sei daneben, die Arbeitsbedingungen im Pflegesektor zu verbessern. „Dafür braucht es auch ausreichend Budget“, fordert Auer in Richtung Finanzministerium.

Für Auer ist der heutige Beschluss ein wichtiges Signal an alle Beteiligten im Pflegebereich, dass endlich eine Personal- und Ausbildungsoffensive angegangen wird. „Lange genug sind unsere KollegInnen im Pflegebereich an ihre Grenzen gegangen und sogar darüber hinaus“, betont Auer. Die Nachfrage an gut ausgebildeten Pflege- und Gesundheitsfachkräften ist bereits enorm und wird noch steigen. So werden in den nächsten zehn Jahren in Österreich über 75.000 Personen mehr in der Pflege gebraucht. „Es freut mich außerordentlich, dass die Regierung nun endlich eine langjährige Forderung von uns aufnimmt und den Versuch startet, die Pflegeausbildung zu ergänzen. Der geplante Schulversuch einer 5-jährigen Höheren Lehranstalt ist ein richtiger erster Schritt“, so Auer. Aufgrund des akuten Mangels an Pflegekräften muss aus Sicht der AK-Vizepräsidentin der Versuch jedoch rasch auf mehr als die angestrebten 100 bis 150 TeilnehmerInnen ausgedehnt und flächendeckend über ganz Österreich ausgerollt werden.

„Für ein umfassendes Pflegepaket braucht es zudem ausreichende finanzielle Mittel“, betont Auer und sieht den Finanzminister gefordert. „Die Menschen haben ein Recht darauf, die bestmögliche Pflege zu erhalten“, ist die AK-Vizepräsidentin überzeugt. Für Auer steht fest: „Die Pflegefinanzierung muss aus Steuermitteln erfolgen.“ Zur Gegenfinanzierung fordert sie die Einführung einer Millionärsabgabe. Zunächst sei es sinnvoll, alle bestehenden Finanzierungsströme von Bund, Ländern und Sozialversicherung zu bündeln. „Dadurch können eine wirksame bundeseinheitliche Steuerung und eine zielgerichtete Entwicklung der Langzeitpflege erreicht werden.“

Positiv wertet Auer auch die Ankündigung des Sozialministers, die Arbeitsbedingungen im Pflegebereich verbessern und ein großes Paket für die pflegenden Angehörigen schnüren zu wollen. „Wir werden die Entwicklungen in den nächsten Monaten genauestens mitverfolgen. Pflegekräfte und pflegende Angehörige müssen schnellstens unterstützt und entlastet werden. Wollen wir zudem den Pflegekollaps verhindern, braucht es eine rasche Umsetzung der angekündigten Maßnahmen“, betont die AK-Vizepräsidentin.

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