Gleiche Arbeit, weniger Geld

Große Lohnlücke: Vorarlbergerinnen verdienen deutlich weniger

 

Der Internationale Frauentag am kommenden Sonntag erinnert jedes Jahr daran, wie weit der Weg zur echten Gleichstellung noch ist. Besonders deutlich zeigt sich das beim Einkommen. Frauen verdienen in Österreich im Schnitt deutlich weniger als Männer – und in Vorarlberg ist die Lücke besonders groß. 

Frauen arbeiten hierzulande rund 80 Tage im Jahr „gratis“. Der Gender Pay Gap liegt bei rund 20 Prozent und damit deutlich über dem österreichweiten Durchschnitt. Der Einkommensunterschied bezieht sich dabei auf Vollzeitbeschäftigte. „Der Internationale Frauentag ist ein wichtiger Anlass, um auf diese strukturelle Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen“, betont AK-Vizepräsidentin Manuela Auer. „Wenn Frauen für dieselbe oder gleiche Arbeit deutlich weniger verdienen, dann ist das kein individuelles Problem, sondern ein gesellschaftliches.“

Gleichzeitig zeigt sich in Vorarlberg eine weitere große Ungleichheit: 55 Prozent der Frauen arbeiten Teilzeit. „Viele Frauen reduzieren ihre Arbeitszeit wegen Pflege- und Betreuungspflichten – mit spürbaren Folgen für ihr Einkommen“, betont FSG-Frauenvorsitzende Elke Zimmermann. „Diese strukturelle Schieflage wirkt sich langfristig auch auf die Pensionen aus. Wer jahrelang Teilzeit arbeitet oder weniger verdient, erhält später deutlich geringere Pensionen und ist stärker von Altersarmut bedroht.“

Hoffnung setzen Auer und Zimmermann in die neue EU-Lohntransparenzrichtlinie, die bis Juni 2026 in Österreich umgesetzt werden muss. Sie soll Gehälter nachvollziehbarer machen und ungerechtfertigte Unterschiede sichtbar machen.

„Transparenz ist ein entscheidender Schritt zu mehr Fairness“, sagt Auer. „Nur wenn sichtbar wird, wo Frauen benachteiligt werden, können wir diese Ungleichheit auch konsequent bekämpfen.“ Zum Frauentag gilt daher: Blumen sind nett – echte Gleichstellung beginnt beim Gehalt.