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Manuela Auer: „Halbe-Halbe bei Teilzeit!“

Eltern kommen im Durchschnitt auf eine Erwerbsarbeitszeit von 60 Stunden in der Woche. Die Aufteilung der Arbeitsstunden erfolgt zumeist nach demselben Muster: Die Frau geht fast immer nach der Karenz in Teilzeit, zumeist 20 Stunden pro Woche. Der Mann, weil er besser verdient als seine Partnerin, arbeitet in Vollzeit weiter. Der Grund liegt für Manuela Auer, AK-Vizepräsidentin und Gewerkschafterin, auf der Hand: „Eltern wollen den Einkommensverlust möglichst gering halten, daher wird die zumeist niedriger bezahlte Erwerbsarbeit der Frau verringert.“

500 Euro steuerfrei pro Monat
Geht es nach dem ÖGB und der Arbeiterkammer, soll sich das ändern. Sie schlagen ein neues Familienarbeitszeitmodell vor. Dieses Modell sieht vor, beide Elternteile mit monatlich 500 Euro (steuerfrei) zu fördern, wenn sie beide in einem Ausmaß von mindestens 28 und höchstens 32 Wochenstunden arbeiten. Das neue Familienarbeitszeitmodell soll maximal bis zum vierten Geburtstag des Kindes beansprucht werden können – sowohl in der Privatwirtschaft als auch im öffentlichen Dienst. Alleinerziehende, die ebenfalls zwischen 28 und 32 Stunden arbeiten, sollen den gleichen Bonus wie ein Elternteil bei der Familienarbeitszeit erhalten. AK-Vizepräsidentin Manuela Auer: „In unserem Modell profitieren die Frauen – durch die Erhöhung ihrer Arbeitszeit und damit einem besseren Einkommen, die Männer von mehr Familienzeit und die Kinder von mehr Zeit mit ihren Vätern.“

Höhere Pensionen für die Frauen
Ein weiterer Vorteil des ÖGB/AK-Modells betrifft die Pensionen von Frauen. Der Equal Pension Day fiel in diesem Jahr auf den 1. August. Dieser Tag markiert jenen Tag, an dem Männer so viel Pension erhalten haben, wie Frauen durchschnittlich erst zu Jahresende auf ihrem Konto verbuchen können. Im Österreichschnitt bekommen Frauen demnach monatlich 851 Euro weniger Pension als Männer. Manuela Auer: „Auch vor diesem Hintergrund ist das Modell enorm wichtig. Es macht einfach einen Unterschied, ob man 20 Stunden pro Woche arbeitet oder ob es 30 Stunden sind. Denn jeder einbezahlte Euro verbessert die Pension.“

Ein Bonus für die Zukunft der Familien!
Die AK-Vizepräsidentin hofft, mit dem neuen Familienarbeitszeitmodell die zukünftige Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit zwischen Frauen und Männern positiv zu beeinflussen. Das Modell soll Frauen ein besseres Einkommen bringen, Männern mehr Familienzeit und Kindern mehr Zeit mit ihren Vätern. „Es ist ein vielversprechender Bonus für die Zukunft der Familien“, so Manuela Auer abschließend.

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