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AK-Vizepräsidentin Manuela Auer zur Anrechnung von Karenzzeiten: „Das ist gerade für Vorarlbergerinnen ein immens wichtiger Schritt zur Schließung der Lohnschere!“

AK-Vizepräsidentin Manuela Auer zur Anrechnung von Karenzzeiten: „Das ist gerade für Vorarlbergerinnen ein immens wichtiger Schritt zur Schließung der Lohnschere!“

Ab heute, Donnerstag, dem 1. August, werden Karenzzeiten mit allen Rechtsansprüchen bis zu 24 Monate für jedes Kind angerechnet. „Es ist ein Meilenstein in der Sozial- und Frauenpolitik, der Eltern nur Vorteile bringt. Vor allem bringt es aber Frauen, die meist die Kinderbetreuung übernehmen, mehr Gerechtigkeit“, betont AK-Vizepräsidentin Manuela Auer. „Sie profitieren von einer finanziellen Verbesserung im Erwerbsleben und bekommen schließlich auch mehr Pension“, begrüßt Auer den Beschluss eines SPÖ-Antrages im Juli im Nationalrat. Es brauche aber noch weitere Maßnahmen, um bessere Rahmenbedingungen zu schaffen. Ein Pensionssplitting wird von Auer abgelehnt.

In Vorarlberg klafft die Lohnschere zwischen Frauen und Männern am weitesten auseinander. Frauen verdienen gut ein Drittel weniger als Männer. AK-Vizepräsidentin Auer sieht nun aber eine wichtige Forderung in Richtung Gleichstellung erfüllt: „Die Anrechnung der Karenzzeiten bis zu 24 Monate ist ein großer Schritt, um die Lohnschere zwischen Frauen und Männern zu schließen. Das hat positive Auswirkungen auf die Einkommen, auf die Erreichbarkeit der sechsten Urlaubswoche, auf die Dauer der Entgeltfortzahlung bei Krankheit und auf Kündigungsfristen. Und Frauen bekommen mehr Pension.“ In vielen Kollektivverträgen sei die Anrechnung der Karenzzeiten zwar schon verankert, es gebe aber immer noch viele Frauen, die in Branchen und Betrieben ohne Kollektivvertrag arbeiten. „Für diese Frauen ist das nun eine massive Verbesserung, denn das Lebenseinkommen von Frauen steigt um rund drei Prozent, wenn die Karenz voll angerechnet wird“, rechnet Auer vor.

Bei den Pensionen ist der finanzielle Unterschied zwischen Frauen und Männern noch dramatischer. Wie anlässlich des „Equal Pension Day“ berichtet wurde, bekommen Frauen in Vorarlberg an die 45 Prozent weniger Pension als Männer. „Das hat mit der Kinderbetreuung und der hohen Teilzeitbeschäftigung zu tun.“ Neben der Anrechnung der Karenzzeiten brauche es jetzt noch weitere Maßnahmen: „Der Gratiskindergarten für Kinder ab dem 2. Lebensjahr und ein massiver Ausbau der Betreuungseinrichtungen – mit Öffnungszeiten, die Vollzeitarbeit zulassen – sind längst überfällig.“ Ein verpflichtendes Pensionssplitting wird von Auer abgelehnt. „Wir können nicht mehr davon ausgehen, dass Eltern bis zu ihrem Lebensende zusammenbleiben. Wer etwa nochmal eine Familie gründet, wird durch ein Pensionssplitting massiv benachteiligt. So treiben wir Menschen in die Altersarmut.“

Nach dem gesetzlichen Anspruch auf den Papamonat sei mit der Anrechnung der Karenzzeiten ein weiterer Schritt zu einer Verbesserung der finanziellen Lage vor allem für Frauen getan. „Unser konsequenter Einsatz für Familien, Eltern und Kinder hat sich gelohnt. Diese wichtigen Erfolge sind vor allem dem unermüdlichen Einsatz der GewerkschafterInnen zu verdanken“, betont AK-Vizepräsidentin Auer.

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