Weil sich nicht jeder
selber wehren kann!

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Manuela Auer: „Zugführer wieder einsetzen!“

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Vorarlberg funktioniert gut. Das ist nicht zuletzt auch dem Land Vorarlberg zu verdanken, das sich den stetig ansteigenden Herausforderungen anpasst und entsprechende Maßnahmen in die Wege leitet.
 
Keine Überwachungskameras, kein Einklemmschutz
Trotzdem gibt es Bereiche mit großem Verbesserungspotential. AK-Vizepräsidentin Manuela Auer: „Seit dem Jahr 2005 sind in Vorarlberg die so genannten „Doppelstock-Wendezüge“ im Einsatz. Diese Zugsgarnituren werden mit der derzeitigen personellen Belegung zu einem großen Sicherheitsproblem.“ Denn diese Züge haben im Gegensatz zu moderneren Schienenfahrzeugen keine Überwachungskameras zur Kontrolle der ein- und aussteigenden Personen, erklärt Auer. Und weiter: „Hinzu kommt, dass bei den Doppelstockzügen der Einklemmschutz mangelhaft ist und es durchaus passieren kann, dass Jacken, Hände etc. eingeklemmt werden, ohne dass dies vom Lokführer bemerkt werden kann.“
 
Ohne Zugführer unterwegs
Bei der Einführung der Zugsgarnituren war nicht daran gedacht, diese Züge ohne einen Zugführer fahren zu lassen. Denn bei 8 (!) Haltestellen ist durch die Länge der Garnituren keine Überblickbarkeit des gesamten Zuges vom Lokführer aus möglich. Die AK-Vizepräsidentin: „Das Problem verschärft sich bei schlechtem Wetter und entsprechend schlechter Sicht durch Regen, Nebel oder Schneefall. Gerade deshalb ist es unverständlich, dass in diesen Zügen kein Zugführer mitfährt.“
 
Kein direkter Zugang zu den Fahrgästen
Die Vorteile beim Einsatz eines Zugführers liegen auf der Hand. Auer dazu: „Der Zugbegleiter gibt dem Lokführer das Signal die Türen zu schließen, und er kontrolliert auch, ob alle Türen geschlossen sind. Erst wenn der Zugführer einsteigt, schließt auch seine Türe. Bei einem Notfall kann der Zugführer daher sofort handeln.“ Manuela Auer macht aber noch auf einen zusätzlichen Umstand aufmerksam: „In diesen Zügen gibt es – in Fahrtrichtung Bregenz – für den Lokführer keinen direkten Zugang zu den Fahrgästen. Das kann bei allfälligen Evakuierungen zu einem großen Sicherheitsproblem werden.“
 
Doppelstockzüge mit Zugführern besetzen!
In einer Landtagsanfrage macht die Gewerkschafterin den für den Personennahverkehr zuständigen Landesrat Rauch auf dieses Gefahrenpotential aufmerksam. Es gebe nur zwei Lösungen: entweder die Garnituren umgehend aus dem Verkehr zu ziehen oder die Besetzung mit Zugführern, was die effizientere Lösung wäre. Wichtig sei, so Auer, dass schnell gehandelt werde. In Schulwochen befänden sich bis zu 700 SchülerInnen in solchen Zügen, und bei der Gymnaestrada seien die Garnituren auch in Einsatz. Sowohl Land als auch ÖBB seien nun am Zug.

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