Die Teilzeit-Debatte ist unfair!

Manuela Auer: Fakten statt Pauschalurteile!

Mit klaren Worten reagiert AK-Vizepräsidentin Manuela Auer auf die jüngsten Aussagen der Agenda Austria, wonach Teilzeitarbeit ein Problem für das Sozialsystem darstelle. Auer warnt vor einseitigen Schuldzuweisungen: „Wer Teilzeitkräfte pauschal als Belastung darstellt, verkennt die Realität vieler Menschen – vor allem von Frauen.“

Laut Auer ist Teilzeitarbeit meist keine freie Wahl, sondern Ergebnis mangelnder Betreuungsangebote, familiärer Pflegepflichten oder gesundheitlicher Einschränkungen. „Vier von fünf Teilzeitbeschäftigten sind Frauen. Wer hier mit höheren Beiträgen Druck macht, verschärft Ungleichheiten und trifft jene, die ohnehin schon weniger verdienen“, so Auer. Tatsächlich arbeiten Frauen in Österreich nicht nur 40 Prozent der bezahlten, sondern auch 63 Prozent der unbezahlten Stunden. Dennoch liegt der Stundenlohn von Teilzeitkräften im Schnitt um 18 Prozent unter jenem von Vollzeitbeschäftigten – auch bei gleicher Tätigkeit. Für Auer ist klar: „Es fehlt nicht an Arbeitswillen, sondern an politischen Rahmenbedingungen, die Vereinbarkeit ermöglichen.“

Die AK-Vizepräsidentin verweist zudem auf Berechnungen, wonach sich eine Aufstockung der Arbeitszeit, auch im bestehenden System, sehr wohl lohnt: Wer das Einkommen verdoppelt, steigert nicht nur den Nettolohn deutlich, sondern erhöht auch spürbar die spätere Pension. „Das Märchen der Wirtschaftslobby vom fehlenden Anreiz ignoriert die Fakten.“

Anstatt Teilzeitkräfte ins Visier zu nehmen, fordert Auer eine gerechtere Besteuerung großer Vermögen. Dem Staat entgehen jährlich Milliarden, weil hohe Vermögen kaum herangezogen werden. „Wer über Fairness spricht, sollte dort anfangen, wo das meiste Geld ist – nicht bei teilzeitbeschäftigten Müttern.“

Teilzeitbeschäftigte, betont Auer, leisten einen unverzichtbaren Beitrag in Handel, Pflege und Dienstleistung. „Diese Menschen tragen den Sozialstaat mit – sie verdienen Respekt und faire Bedingungen, nicht Misstrauen.“