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Manuela Auer: „Umfrage im Handel zeigt akuten Handlungsbedarf!“

Eine aktuelle Befragung der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) unter den Beschäftigten im Handel macht auf große Probleme aufmerksam. Betroffen sind vor allem die ArbeitnehmerInnen im Lebensmittelhandel. AK-Vizepräsidentin Manuela Auer fasst die wichtigsten Ergebnisse so zusammen: „Aggressive KundInnen, Überlastung, Personalmangel und mangelnde Wertschätzung, sowie fehlender Respekt vieler KundInnen gegenüber den Beschäftigten sind die größten Probleme.“

Sicherheit mancherorts nicht gewährleistet
Schon seit dem Sommer des vergangenen Jahres mache die Gewerkschaft immer wieder auf die große Belastung der Handelsangestellten aufmerksam. Doch geändert habe sich bis heute leider nichts, so Auer. Und weiter: „Die Beschäftigten – es sind hauptsächlich Frauen – haben immer öfter mit aggressiven, ungehaltenen KundInnen zu tun. Die Wut und die Frustration der KonsumentInnen über die Corona-Maßnahmen entlädt sich immer öfter in den Geschäften. Mancherorts wird sogar berichtet, dass die Sicherheit der KollegInnen nicht mehr vollends gewährleistet werden kann. So kann es nicht weitergehen!“

Sparmaßnahmen führen zu Unsicherheit
In vielen Betrieben komme es überdies zu ausgeprägten Sparmaßnahmen, was zu personeller Unterbesetzung und zu einem noch umfangreicheren Arbeitspensum führe. Das trage zur weiteren Verunsicherung unter den Beschäftigten bei. Fast jeder dritte Beschäftigte sehe Versäumnisse des Arbeitgebers und habe kein gutes Gefühl im Handel zu arbeiten. Es sei in vielen Betrieben nur dem großen Zusammenhalt der Belegschaft zu verdanken, dass der laufende Betrieb weiter aufrechterhalten werden könne, berichtet die AK-Vizepräsidentin.

Sicherheitsgipfel gefordert
Die Gewerkschaft GPA fordere deshalb einen Sicherheitsgipfel. Wirtschaftskammer und Bundesregierung seien aufgefordert, rasch mit der GPA in Verhandlungen einzutreten, um die Situation zu verbessern. Manuela Auer unterstützt diese Forderung: „Die MitarbeiterInnen haben sich Respekt verdient und ein Arbeitsumfeld, in dem ihre Leistung geschätzt und korrekt bezahlt wird.“

Bessere Arbeitsbedingungen
Die Gewerkschaft und die BetriebsrätInnen im Handel fordern neben einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen und einer Aufstockung des Personals auch verstärkte Kontrollen der Corona-Maßnahmen mit eigenem Sicherheitspersonal, um die Beschäftigten zu entlasten und zu schützen. Wichtig für die ArbeitnehmerInnen ist außerdem die vorrangige Versorgung mit Impfstoff, eine Aufstockung der ausgedünnten Personaldecke im Lebensmittelhandel und die Abgeltung der großen Flexibilität der Beschäftigten. Außerdem brauche es auch im Handel eine Freistellung der schwangeren Arbeitnehmerinnen – und nicht nur bei körpernahen Dienstleistern, so Auer abschließend.

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