Während viele Menschen jeden Euro zweimal umdrehen müssen, schreiben Österreichs Banken ein Rekordjahr nach dem anderen. Allein zwischen 2022 und 2025 summierten sich die Gewinne auf gewaltige 45 Milliarden Euro. Ein großer Teil davon sind sogenannte Übergewinne – also Profite, die nicht durch besondere Leistung, sondern durch Krisen und Zinspolitik entstanden sind. „Wer in Krisenzeiten derart profitiert, muss auch mehr zum Gemeinwohl beitragen“, fordert nun AK-Vizepräsidentin (FSG) Manuela Auer.
„Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Banken Jahr für Jahr Rekordgewinne erzielen, während gleichzeitig über Einsparungen beim Sozialstaat diskutiert wird“, kritisiert Auer. „Gerade jetzt braucht es eine gerechte Verteilung der Lasten – und das heißt, dass auch große Vermögen und Krisengewinner stärker beitragen müssen.“
Die Banken machten nämlich auch auf dem Rücken der Sparerinnen und Sparer horrende Gewinne: „Kreditzinsen wurden rasch erhöht, Sparzinsen hingegen nur zögerlich angepasst. Die Differenz wanderte direkt in die Kassen der Banken.“ Milliarden flossen in Dividenden, während viele Haushalte kaum Entlastung spürten. Für Auer ist klar: „Diese Entwicklung ist weder fair noch nachhaltig.“
Konkret fordert Auer eine deutliche Erhöhung der Bankenabgabe sowie vermögensbezogene Steuern auf große Erbschaften und Vermögen – eine Millionärssteuer. Denn Österreich zählt zu jenen Ländern mit besonders niedrigen Vermögenssteuern – bei gleichzeitig extrem ungleicher Verteilung.
Klar ist für Auer auch: Der Sozialstaat darf nicht zur Verhandlungsmasse werden. „Pensionen, Gesundheitsversorgung oder Familienleistungen sichern den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wer hier kürzt, trifft die Falschen.“ Die Botschaft ist eindeutig: „Nicht die breite Bevölkerung darf weiter belastet werden – sondern jene, die von der Krise massiv profitiert haben.“