»„Mehr Einkommenstransparenz Gebot der Stunde“«
Als wichtigen Schritt in Richtung mehr Einkommensgerechtigkeit bezeichnet AK-Vizepräsidentin Manuela Auer das heute in Kraft getretene Gleichbehandlungsgesetz, das Betriebe ab einer bestimmten Größe dazu verpflichtet, die Einkommen intern offen zu legen. „Damit werden erstmals die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen in den einzelnen Unternehmen sichtbar und bewusst gemacht“, betont Auer.
Gerade in Vorarlberg sei mehr Einkommenstransparenz das „Gebot der Stunde“. Denn in keinem anderen Bundesland seien die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern größer als im „Ländle“. So liegen die Einkommen der Frauen bei ganzjähriger Vollzeitarbeit 33% unter jenen der Männer. Auer hofft, dass sich durch das neue Gleichbehandlungsgesetz nun „endlich etwas bewegt“.
Bedauerlich sei allerdings, dass zunächst nur Unternehmen mit mehr als 1000 Beschäftigten zu mehr Einkommenstransparenz verpflichtet würden. „Denn das betrifft nur die wenigsten Firmen im Lande“, so Auer. Erst ab 2013/2014 werde die neue Regelung dann auf Unternehmen mit mehr als 250 bzw.150 Beschäftigten ausgeweitet. Die Betriebe müssen sich dann intensiv mit den betrieblichen Einkommensunterschieden auseinander setzen und alle zwei Jahre einen entsprechenden Bericht erstellen.
Als ein Plus des neuen Gesetzes sieht Auer, dass künftig bei Stelleninseraten die Bezahlung nach Kollektivvertrag sowie mögliche Überzahlungen angegeben werden müssen.
Gesetzliche Frauenquote
Neben der Herstellung von Einkommensgleichheit ist es für Auer auch wichtig, die Aufstiegschancen der Frauen zu verbessern. Denn die Zahl der Frauen in Führungspositionen habe sich die letzten Jahre kaum verändert. So liege der Anteil der weiblichen Vorstände in den Top 200 Unternehmen in Österreich laut einer aktuellen AK-Studie bei lediglich 4,4%.
„Grund dafür ist nicht die mangelnder Qualifikation der Frauen“, betont Auer. Vielmehr sei es der fehlende Wille von Seiten der Unternehmen, gut ausgebildete Frauen in eine verantwortungsvolle und gut bezahlte Führungsposition zu bringen. Die Entwicklung in Österreich zeige deutlich, dass die freiwillige Selbstverpflichtung der Betriebe zu keiner Trendwende geführt habe. Auer spricht sich daher klar für eine gesetzliche Frauenquote aus. Eine derartige Regelung sei die „einzige Möglichkeit, festgefahrene Strukturen aufzuweichen und gleiche Chancen für alle herzustellen“