"Lohnverzicht hat noch nie Arbeitsplätze gesichert"

Manuela Auer zum Kommentar von Kurt Horwitz in den Vorarlberger Nachrichten vom 21.05.2009





Es ist selbstverständlich jeder Firma unbenommen, auch in Zeiten der Krise Werbemaßnahmen zu setzen. Nur: Wenn ein Unternehmen in der Lage ist, einen großen Messeauftritt, bei dem allein das Festessen mit vielen tausend Euro zu Buche schlägt, zu finanzieren, dann sollte dies nicht auf Kosten der MitarbeiterInnen geschehen. Das passt einfach nicht zusammen und ärgert mich persönlich.

 

 

Es ist zudem ein falsches Signal gegenüber den MitarbeiterInnen und anderen Unternehmen. In einer Krise sind Beschäftigte bereit, auf viel zu verzichten, wenn sie dadurch ihren Arbeitsplatz behalten können. Wichtig ist dabei aber, dass diese Situation nicht einseitig ausgenützt wird. Individuelle Vereinbarungen in den Betrieben untergraben jedoch die verantwortungsbewussten KV-Verhandlungen der Sozialpartner und gefährden ein bewährtes System, das auf Ausgleich und Fairness beruht. In Vorarlberg haben sich daher viele Unternehmen für Kurzarbeit entschieden, die gerechter und besser für die Betroffenen ist.

 

Lohnverzicht hat demgegenüber noch nie einen Arbeitsplatz gesichert. Vielmehr wird dadurch die Wirtschaftskrise allein auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen. Das ist nicht fair!

 

 

Das Vorgehen einzelner Unternehmen in Vorarlberg wird auch von Politikern und Wirtschaftstreibenden durchaus kritisiert – allerdings nur hinter vorgehaltener Hand. Ich habe dies nun öffentlich gemacht und aufgezeigt. Wenn dadurch eine Diskussion ausgelöst wurde, so ist dies ein Fortschritt. Ihre Polemik, Herr Horwitz, ist daher vollkommen unangebracht.

 

 

Manuela Auer, AK-Vizepräsidentin.