„Müssen Trendwende herbeiführen!“

Rekordarbeitslosigkeit: Auer fordert weitere Maßnahmen





„Wir müssen alles unternehmen, um endlich eine Trendwende herbeizuführen“, betont AK-Vizepräsidentin Manuela Auer angesichts der dramatischen Arbeitsmarktentwicklung in Vorarlberg. Das von der Bundesregierung beschlossene Arbeitsmarktpaket II sei ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, in Anbetracht der sich weiter verschlechternden Lage aber „unzureichend“. Auer fordert deshalb ein zusätzliches Arbeitsmarktpaket, das neben der Wiedereinführung des ursprünglichen Blum-Bonus und Investitionen in die Aus- und Weiterbildung auch die Erhöhung des Arbeitslosengeldes beinhalten soll. Besonders wichtig ist für Auer aber, dass die Kurzarbeit nun auch in den Vorarlberger Betrieben forciert wird.

 

 

Die Arbeitsmarktsituation in Vorarlberg hat sich weiter verschärft: Laut AMS waren Ende Juni 10.539 Menschen in Vorarlberg arbeitslos gemeldet, das entspricht einem Anstieg von 44,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zusätzlich dazu befinden sich 2.113 Personen in Schulungen und damit 27,2 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2008.

 

Betriebe in der Pflicht

 

 

„Es müssen alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um die Beschäftigten in den Betrieben zu halten“, betont Auer. Dass viele Unternehmen im Lande Kündigungen und Aussetzverträge gegenüber der Kurzarbeit vorziehen, ist für die AK-Vizepräsidentin schlichtweg „ein Skandal“. Mit der Blockadehaltung müsse nun „endlich Schluss sein“ und die Kurzarbeit in den Betrieben forciert werden.

 

Arbeitslosengeld erhöhen

 

 

Von der Bundesregierung fordert Auer, zusätzliche Mittel im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit zur Verfügung zu stellen und ein weiteres Arbeitsmarktpaket zu schnüren, das neben der Wiedereinführung des ursprünglichen Blum-Bonus und Maßnahmen im Bereich Aus- und Weiterbildung auch die längst fällige Erhöhung des Arbeitslosengeldes beinhalten soll. „Es darf nicht sein, dass jene, die unverschuldet ihren Job verlieren, auch noch um ihre Existenz bangen müssen“, betont Auer. Das Arbeitslosengeld betrage in Österreich lediglich 55% des Nettolohnes. „Für viele Betroffene zu wenig, um laufende Kosten decken zu können.“ Es sei allerhöchste Zeit, diese unhaltbare Situation zu ändern und die Ersatzrate auf europäisches Niveau anzuheben. In Deutschland betrage die Nettoersatzrate beispielsweise 60, in der Schweiz gar 70 Prozent.