„Drittes Arbeitsmarktpaket muss jetzt realisiert werden!"
AK-Vizepräsidentin Auer fordert weitere beschäftigungssichernde Maßnahmen und mehr finanzielle Sicherheit für Arbeitssuchende
„Bund und Land müssen ihre Anstrengungen im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit verstärken und den Menschen wieder eine Perspektive geben", betont AK-Vizepräsidentin Manuela Auer angesichts der unvermindert angespannten Lage auf dem Vorarlberger Arbeitsmarkt. Die Umsetzung eines dritten Arbeitsmarktpaketes sei „überfällig" und dürfe angesichts der hohen Arbeitslosigkeit „nicht mehr hinausgezögert werden". Konkret fordert Auer die Ausweitung kommunaler Beschäftigungsinitiativen, Verbesserungen bei der Bildungskarenz sowie die Erweiterung und den Ausbau des Blum-Bonus. Und: „Wir brauchen dringend eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes, um jenen Menschen zu helfen, die in Folge der Wirtschaftskrise ihren Arbeitsplatz verloren haben."
Die Situation am Vorarlberger Arbeitsmarkt bleibt angespannt. Laut AMS waren Ende November 12.585 Menschen arbeitslos gemeldet, das entspricht einem Anstieg von 25,5 % gegenüber dem Vorjahr. Zusätzlich dazu befinden sich 2548 Personen und damit 37% mehr als im November des letzten Jahres in verschiedenen Schulungsmaßnahmen.
Beschäftigung sichern
„Die Politik darf in Anbetracht dieser Zahlen nicht locker lassen und muss die Bemühungen zur Sicherung der Arbeitsplätze weiter verstärken", so Manuela Auer. Das prognostizierte Wirtschaftswachstum für 2010 reiche bei weitem nicht aus, um am Arbeitsmarkt eine Trendwende herbeizuführen. Weitere arbeitsmarktpolitische Initiativen seien daher „unumgänglich und müssen rasch umgesetzt werden".
Dies gelte auch für das Land, die landeseigenen Betriebe und die Gemeinden. Sie seien gefordert, zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen und wieder mehr in die Ausbildung der jungen Menschen zu investieren. Denn: „Die derzeitige Zahl an Lehrlingen ist in Anbetracht der Möglichkeiten viel zu gering." Besonders wichtig ist für Auer zudem die weitere Forcierung der Kurzarbeit in den Vorarlberger Betrieben. „Die Unternehmen müssen endlich erkennen, dass die Kurzarbeit ein geeignetes und gerechtes Mittel ist, um Personalabbau zu verhindern und das Produktionspotenzial zu erhalten."
Arbeitslosengeld erhöhen
Beinhalten müsse ein drittes Arbeitsmarktpaket neben den direkten beschäftigungssichernden Maßnahmen auch die Erhöhung des Arbeitslosengeldes. Dieses sei mit 55% des vorhergehenden Nettoeinkommens im europäischen Vergleich „beschämend gering". Die Politik müsse diesen unmöglichen Umstand unverzüglich ändern und das Arbeitslosengeld auf EU-Niveau anheben. „Wir dürfen nicht zulassen, dass die vielen tausend Menschen, die im Zuge der Wirtschaftskrise ihren Job verloren haben, nun auch noch um ihre Existenz bangen müssen", betont Auer.
